Windhagen Initiative Nahverkehr

W.I.N.

Öffentlicher Nahverkehr in Windhagen, ebenso Orscheid, Rottbitze, Aegidienberg und Umgebung

Die Buslinie 562 zwischen Windhagen und Bad Honnef (Bahnhof und Stadtbahn!) fährt neuerdings arbeitstäglich fast durchgehend im Stundentakt.

Desweiteren meldet die Verbandsgemeindeverwaltung Asbach im "Mitteilungsblatt" vom 28. Januar 2021:
"Ab dem 18.08.2021 wird die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) die neue Linie SB (Schnellbus) 51 Bad Honnef-Windhagen-Asbach anstatt der heutigen Linie 562 einrichten. Der Schnellbus wird Windhagen von Bad Honnef aus auf direktem Weg anfahren, wodurch sich die Fahrzeit von 50 auf ca. 25 Minuten halbiert. Außerdem wird mit der Linie SB51 die umsteigefreie Direktverbindung von Bad Honnef nach Asbach wiederhergestellt".

(Frühere Stände; die genannten Preise können sich geringfügig geändert haben) Die Verbandsgemeinde Asbach mit Windhagen war dem VRS angegliedert. Seit dem 1.6.2020 ist Windhagen der Endpunkt der Buslinie 562, seitdem ist dort in den Bus der Firma Becker nach Asbach und Neustadt umzusteigen. Der VRS bietet beispielsweise für Senioren ab 60 eine Zeitkarte im Abonnement, die zu einem Monatspreis von 59,00 Euro täglich das Gebiet Windhagen und Bad Honnef abdeckt (Bad Honnef alleine 44,20 Euro), an Wochenenden aber inbegriffen das erweiterte VRS-Netz beispielsweise von Blankenheim bis Wipperfürth, ein echtes Schnäppchen. Die Karte darf jederzeit an einen anderen Senior ab 60 verliehen werden. Abends und an Wochenenden kann eine zweite Person (ohne Altersgrenze) und ein Fahrrad mitgenommen werden, und es gibt auch Regelungen für die kostenlose Mitnahme von Kindern je nach Zeit und Alter. Praktisch eine Familienlösung für wahlweise Oma oder Opa, die kleinen Enkel und den Sonntagsausflug mit einer erwachsenen Begleitperson oder dem Fahrrad.

Wer kein Senior ist, kann täglich ab 9:00 Uhr eine Monatskarte zwischen 61,40 (VG Asbach und Bad Honnef; Bad Honnef alleine 45,90 Euro) und 124,00 Euro (Gesamtnetz) nutzen, die dann aber auch am Wochenende nur in dem Gebiet gilt, für das sie ausgestellt ist. Auch dieses Ticket kann verliehen werden.
Noch ein Knüller ist, daß man bei den Zeitkarten für 3,80 Euro pro Richtung ein Zusatzticket lösen kann, mit dem man eine Fahrt über die Grenzen seines eigenen Tickets hinaus unternehmen darf. Auch die Fahrer von Martin Becker geben dieses aus (ebenso, wie sie anstandslos das Handy-Ticket akzeptieren), man braucht sich zumindest bei der Abfahrt nicht mit störrischen Automaten oder wackeligen Smartphone-Verbindungen abzugeben oder  gar an der Gebietsgrenze aussteigen und eines zu lösen. Nützlich für den, der am Werktag einen Termin etwa in Neuwied oder Solingen hat, selbst wenn die Zeitkarte nur zwischen Asbach und Bad Honnef ausgestellt ist. Die vorgenannten Preise gelten ab 1.1.2019. Der VRS hat sie um ca. vier Prozent erhöht und eine weitere, versteckte Preiserhöhung liegt darin, daß die Vierertickets jetzt keinen Rabatt mehr beinhalten. Dafür ist der Rabatt für das Handyticket von 3 auf mindestens 5 Prozent gestiegen, bei Einzeltickets sogar auf 10 Prozent.

Wer keine häufigen Fahrten über das gesamte Jahr hat, für den ist der Ticketkauf über die VRS-App oder den DB-Navigator rentabler als ein Jahresabo und auch hier spart man es sich, z.B. am Fahrkartenautomat anzustehen, wenn schon die Bahn einläuft.
Am besten registriert man sich für beide. Der DB-Navigator gilt auch für Verkehrsverbünde in halb Deutschland einschließlich z.B. Berlin, München und Freiburg (Karte), ist aber unzuverlässiger und meldet öfter mal "Verbindung nicht gefunden", d.h. man kann kein Ticket kaufen, selbst wenn man vor der angeblich nicht vorhandenen Bahn steht. Die VRS-App zeigt seit vielen Jahren Verbindungen zuverlässig an (beispielsweise wenn man mit dem Smartphone mitten im Wald steht, bekommt man die Richtung zur nächsten Bushaltestelle sowie die Abfahrten genannt) und erlaubt sogar den Ticketkauf ohne Registrierung, wobei man dann Kreditkartennummern sowie persönliche Angaben zur Kontrolle fummelig eintippen muss.

Freilich wird das Handyticket nach Lust und Laune angelernter Kontrolleure schon mal nicht anerkannt, wie ein Bericht im Bonner General-Anzeiger vom 30.7.2018 erwähnt. Hier wurden dem Fahrgast aufgrund einer frei erfundenen "2-Minuten-Frist" sechzig Euro abgenommen, wobei die Zeitung, bar jeder rechtlichen Ahnung, auch noch von einem "Bußgeldverfahren" schreibt, als hätten die martialischen Trupps irgend welche behördlichen Befugnisse. Das Verkehrsunternehmen hat das als "Einzelfall" abgetan. "Einzelfall" ist daran wohl nur, daß dieser Fahrgast es mit seiner Schilderung bis in die Presse geschafft hat und die Bonner SWB dieses eine Mal zur Reaktion gezwungen hat; laut dem Artikel hat der Kunde auf direkten Widerspruch nicht einmal eine Eingangsbestätigung bekommen. Die Taktik "totlaufen lassen und ableugnen" ist bei öffentlichen Verkehrsunternehmen ja nicht unbekannt und in meiner Seite auf diesem Blog "Die Phantom-Garantie" exemplarisch beschrieben und belegt (betrifft nicht SWB).

Um den Fahrschein komfortabel von zu Hause aus per Handyticket zu buchen, muss man beachten, daß ein Einzelfahrschein bei den höheren Preisstufen "nur" 6 Stunden gültig ist. Rund-, Rück- und Umwegfahrten sind auch hier verboten, es sei denn bei Tagestickets, aber Fahrtunterbrechungen innerhalb der Stunden der Gültigkeitsdauer sind zulässig. Schönerweise sind "Tagestickets" neuerdings echte 24-Stunden-Tickets, anstatt wie bisher drei Stunden nach Mitternacht abzulaufen.

Die Nabelschnur zur Welt ist für mich der Bahnhof Bad Honnef mit halbstündigen Regionalbahnen in Richtung Köln bzw, Koblenz und nach Bonn die danebenliegende Endstation der Stadtbahn 66 mit Abfahrten alle 20-30 Minuten.

So weit, so gut, aber wie zum nächsten Bahnhof kommen?

  • Auto: es gibt immer freie, kostenlose Parkplätze um den Bahnhof in Bad Honnef als auch am Endpunkt der Stadtbahn.
  • Taxi: die Fahrt zwischen Windhagen-Ortszentrum und Bahnhof Bad Honnef kostet zur Zeit ca. 31,50 Euro.
  • Im VRS die Buslinie 562: nach Bad Honnef generell im Stunden-Rhythmus zwischen Windhagen und Bad Honnef.
  • Spätabends, an Wochenenden auch tagsüber gibt es das Anruf-Sammel-Taxi innerhalb der Stadtgrenzen (also bis Rottbitze) zu 4,00 bzw. nach Windhagen zu 5,30 Euro je Fahrt, als Zusatz zu einem Ticket im VRS nur 3.00 bzw. 4,00 Euro. Man findet es in den Unterlagen des VRS unter Linien-Nummer 586 . Es fährt an Werktagen nicht vor 20:00 Uhr, am Wochenende tagsüber alle zwei Stunden von Bad Honnef nach Windhagen, von Windhagen nach Bad Honnef jede Stunde. Bis 12.12.2017 war die Abfahrt des AST vom Bahnhof Bad Honnef in Richtung Windhagen am Wochenende immer zwischen den Bus-Abfahrten terminiert, sodaß sich kombiniert ein Stundenrhythmus ergab. Danach wurden die Abfahrtszeiten der Buslinie 562 geändert, sodass sich beispielsweise für einen Sonntagnachmittag folgender Plan ergab:
    562 15:35 Uhr
    ---> 80 Minuten Zwischenraum
    AST 16:55 Uhr
    ---> 40 Minuten Zwischenraum
    562 17:35 Uhr
    ---> 80 Minuten Zwischenraum
    AST 18:55 Uhr
    ---> 40 Minuten Zwischenraum
    562 19:35 Uhr
    ---> 80 Minuten Zwischenraum
    AST 20:55 Uhr
    usw.
    Es versteht sich, daß das AST zumindest in Richtung Windhagen an Bedeutung verloren hat. 1 Stunde 20 Minuten am zugigen Bahnhof Bad Honnef sind zu lange.
  • In Windhagen verkehren montags bis freitags morgens bzw. mittags in oder von Richtung Süden noch die VRM-Buslinien 135 (3x täglich, d.h. morgens Abfahrt, mittags zwei Rückfahrten) und 139 (4x täglich).
  • Es gibt einen Bürgerbus sowie einen ehrenamtlichen Fahrdienst für Bedürftige mit Fahrzeugen der Verbandsgemeinde oder der Bürgerstiftung Windhagen. Ein weiteres Angebot ist die „Jugend-Taxi-Card“ der Verbandsgemeinde Asbach, mit der Jugendliche zu günstigen Konditionen fahren können. Bedingt durch die Corona-Seuche, fährt der Bürgerbus derzeit nur für 1 Person bzw. zweie aus dem gleichen Haushalt.
  • Der Bürgerbus wird von einem privatwirtschaftlichem Einzelunternehmen, Dr. Holger Jansen in Berlin mit Ralph Hinz aus Langenlonsheim, freiem Mitarbeiter seiner Medienagentur kompendium-pr.de, vorangetrieben. O-Ton auf ww.buergerbus-rlp.de, einer Homepage der Firma Holger Jansen und nicht zu verwechseln mit einer Unterseite der Website des Landes Rheinland-Pfalz, www.rlp.de: "Die Fahrer helfen beim Ein- und Aussteigen und tragen bei Bedarf auch den Einkauf in die Wohnung". Auf der Homepage der Gemeinde Langenlonsheim kann man lesen, wie gut das in einem bereits laufenden Projekt funktioniert. Diese soziale Initiative ist löblich, kann aber kein Ersatz für den Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel zur allmählichen Ablösung eines Teils des Autoverkehrs sein - schon, weil der Bürgerbus am Tag vorher bestellt werden muss und nur für Ziele in der Verbandsgemeinde Asbach gilt. Wer bisher die fünf Kilometer von Windhagen-Rederscheid zu seinem Zahnarzt in Aegidienberg gefahren ist, müsste sich jetzt z.B. einen Zahnarzt im 14km entfernten Asbach suchen.

Der schlaue ÖPNV-Nutzer kann eine Wartezeit von z.B. einer halben Stunde gut ausnützen, da man ohne Auto seine Einkäufe, Arzt- und ggf. Bankbesuche zusammenlegen wird. Ein Discounter ist fünf Fußminuten vom Bahnhof Bad Honnef entfernt, mit einer Bushaltestelle für die Weiterfahrt genau gegenüber. Eine Stunde reicht für den Fußweg von Aegidienberg-Mitte am Geldautomaten vorbei zu den Discountern in Rottbitze.

Ich bin lebenslang ein Fan des Öffentlichen Nahverkehrs gewesen, ob ich mit meiner damaligen Frau in Florenz die Stadtrundfahrten mit den öffentlichen Bussen unternommen oder meinen "Urlaub" in Westerwald, Bergischem Land und Eifel per traumhaft schönen Bus-Touren mit meiner Netzkarte betrieben habe. Es hat Spaß gemacht, Touren über kleine Straßen auszutüfteln, von Asbach durch Mehren bis Altenkirchen oder die tolle Schienenstrecke zwischen Au und Altenkirchen mit Haltepunkt mitten im Wald in Seelbach-Marienthal mit seinem Kloster und den Gaststätten. Hübsche Tipps hat z.B. der Bonner-General-Anzeiger in einem Artikel vom 23.7.2018 "Tour zu vier Grenzorten des Rhein-Sieg-Kreises" gegeben.

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